Glossar
Wer zum ersten Mal hinter die Weide tritt, hört Wörter, die draußen niemand benutzt. Hier stehen die wichtigsten, so weit, wie die Leseprobe reicht.
Orte
- Die Rheinaue
- Der lange Grünstreifen am Bonner Rheinufer, mit Pappeln, Schilf und Nebel über dem Wasser. Am stillen Ende, auf der Wiese zwischen Schilf und Bahndamm, steht Circkool.
- Die alte Weide
- Sie hängt schwer über das Wasser, und ihre Zweige berühren den Rhein wie Finger. Über dem Schilf dahinter glänzt an manchen Tagen die Luft.
- Das Zelt
- Schwarze Plane, eine silberne Aufschrift, fast ganz abgeblättert: CIRCKOOL. Einer der Vorhänge ist an einer Stange festgebunden, als hätte jemand mit dir gerechnet.
- Die Manege
- Gestampfte Erde unter einem Film Sägemehl, darüber eine Decke, die höher ist, als das Zelt von außen erlaubt. Tagsüber wird hier geprobt, freitags gespielt.
- Die Wagen
- Alte, dunkle Wagen im Halbkreis um das Zelt, die Räder in die Erde gewachsen. Hier wohnen die Bewohner, und zwischen den Wagen hängt eine Lichterkette, von der nie alle Birnen brennen.
- Der Küchenwagen
- Wärmer als die Luft draußen, mit niedrigen Holzbalken und dem Geruch von Jahrzehnten Kochen. Hier gibt es Tee, und hier erzählt Winters Feo am ersten Abend Dinge, die er nicht wissen kann.
- Der verbotene Wagen
- Einer der Wagen hat einen Namen, den niemand erklärt, und eine Tür, die verschlossen bleibt. Wer hier lebt, fragt nicht, was dahinter ist.
Begriffe
- Circkool
- Ein Zirkus, der in keinem Stadtplan steht. Für das Publikum eine schäbige Vorstellung am Freitagabend, für die Bewohner der erste Ort, an dem niemand fragt, warum sie sind, wie sie sind.
- Der Ringmeister
- Dorian Winters leitet Circkool. Er kennt die Geschichten seiner Bewohner, bevor sie sie erzählen, und führt ein Notizbuch darüber, was sie können und was es kostet.
- Das Gelände
- So nennen die Bewohner den Platz mit Zelt und Wagen. Rian sagt lieber »die Siedlung«, weil »Gelände« nach Parkplatz klingt.
- Das Schimmern
- Eine Stelle über dem Ufer, an der die Luft glänzt wie hinter einer fast sauberen Scheibe. Nicht jeder sieht es; Feo spürt es als Druck hinter den Augen.
- Die Graduierung
- Einmal im Monat, bei Vollmond, verlässt jemand Circkool. Wohin, sagt niemand, und zurück kommt keiner.
- Die Vorstellung
- Freitags füllen sich die roten Klappstühle mit rund zweihundert Gästen. Gezeigt wird genau so viel, dass keiner weiterfragt.
- Die neun Raben
- Sie sitzen auf den Spitzen der Zeltmasten und fliegen nicht auf, wenn jemand kommt. Einer von ihnen hat eine einzelne weiße Schwungfeder.
- Die Gläser
- Hinter der verbotenen Tür stehen Regale voller Gläser, jedes mit einem Schildchen und einer eigenen Farbe. »Nicht anfassen. Nur ansehen.«
Fähigkeiten
- Gaben und ihr Preis
- Die Bewohner können Dinge, für die es draußen keine Namen gibt. Jede Gabe kostet etwas, und wer groß arbeitet, zahlt mehr.
- Illusionsweberei
- Feos Gabe: Bilder, die andere sehen, obwohl sie nicht da sind, vom Sperling bis zum ganzen Zimmer. So echt, dass man die Hand wegzieht.
- Metamorphose
- Rians Körper hält seine Form nicht: Mal ist ein Arm zu lang, mal trägt ein Bein nicht mehr. Mit einer Bewegung der Schulter zieht er ihn zurecht, meistens.
- Pyrokinese
- Bei Bria blüht Feuer zwischen den Fingern auf. In der Vorstellung sieht es aus, als käme es aus ihrem Mund.
- Schattenmanipulation
- Celine steht im Schatten, und im nächsten Augenblick steht dort niemand mehr. Der Schatten bleibt, scharf umrissen im Gras.
- Wetterempathie
- Aria spürt das Wetter, bevor es kommt, und das Wetter in Menschen. Wenn sie Wind für vier Uhr ansagt, kommt er gegen vier.
- Gravitationsmanipulation
- Ilias macht Dinge leichter oder schwerer, manchmal auch sich selbst. Dann steht er eine halbe Armlänge über dem Boden.
- Stimmmanipulation
- Damians Stimme zieht Menschen und legt ihnen Sätze in den Kopf, die sie danach für ihre eigenen halten. Dazu hört er jede Lüge.
- Präkognition
- Marius sieht zwei Morgen zugleich. Er weiß öfter etwas, als ihm lieb ist.
- Elektrokinese
- Strom. Alles auf dem Gelände, was brummt oder leuchtet, gehört Ed.
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